Call for Papers GAM.08, die nächste Nummer des Grazer Architektur Magazins, erscheint im Frühjahr 2012. GAM ist die offizielle Publikation der Architekturfakultät der Technischen Universität Graz. Der Hauptteil jeder Nummer von GAM ist aber nicht der Selbstdarstellung unserer Universität, sondern dem international offenen Diskurs über ein spezifisches Thema gewidmet. Das Thema von GAM.08 ist „Dense Cities“. GAM versteht sich als Bühne, auf der kontroverse Positionen in der aktuellen Architekturdebatte auf hohem Niveau dargestellt werden und fördert den seriösen Diskurs über Architektur über kulturelle Grenzen, aber auch über die Grenzen des Fachs hinaus. AutorInnenbeiträge können aus Texten (Deutsch oder Englisch), Bildern und Plänen bestehen. Unser mit internationalen Experten besetzter Redaktionsbeirat unterstützt die Redaktion beim Peer-Review-Verfahren der eingereichten Beiträge und bürgt für deren hohe Qualität. Einreichschluss für Abstracts ist der 30. April 2011. Der Abgabetermin für den fertigen Beitrag (Full Paper) ist der 12. August 2011. Zum Heftthema von GAM.08: „Dense Cities. Architecture for Living Closer Together “ Die 8. Ausgabe von GAM widmet sich unter dem Titel „Dense Cities“ dem Themenfeld der „städtischen Dichte“ und dessen Relevanz für die konkrete Architekturproduktion. Der Lebensraum des 21. Jahrhunderts wird aller Voraussicht nach die Stadt sein. Seit dem Jahr 2008 wohnt mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten und der weltweite Anteil der städtischen Bevölkerung wird nach Prognosen der UNO bis zum Jahr 2050 rund 70 % erreichen. Während sich ein Großteil dieser Entwicklung in den Megastädten und megaurbanen Räumen abspielt, die sich in den letzten Jahrzehnten vor allem in Asien und Südamerika mit rasender Geschwindigkeit entwickelt haben, erscheint die offene Entwicklung mittelgroßer Städte, die sich in ihrem Selbstverständnis noch auf die zentral orientierte historische Stadt berufen, als Anstoß für eine Diskussion neuer architektonischer Entwurfs- und Planungsansätze. Werden Städte als urbane Gebiete mit einer bestimmten Dichte aufgefasst, die in historischen Entwicklungsprozessen stehen, so können Entwurfsansätze der „Verdichtung“ und „Nachverdichtung“ auf allen Maßstabsebenen neue Perspektiven ihrer Transformation eröffnen. GAM.08 Dense Cities richtet die Aufmerksamkeit auf den architektonischen Zusammenhang zwischen den Prozessen der Urbanisierung und der Entwicklung kompakter städtischer Formen. Es besteht kein Zweifel, dass die Abkehr vom ungezügelten Landverbrauch und der Verschwendung von Ressourcen angesichts der Bedrohung durch klimatische Veränderungen, aber auch im Sinne eines steigenden Bewusstseins für nachhaltige Lebensweisen, Bedingungen vernünftiger Planungen darstellen müssen. Die Notwendigkeit, höher verdichtete Siedlungsformen zu forcieren, ist daher weithin akzeptiert und hat zu der Entwicklung von zahlreichen Konzepten wie bspw. der Compact City geführt, die sich in Entwicklungsprogrammen der UNO (Agenda 21) und der Europäischen Kommission (Green Paper of Urban Environment) wiederfinden. GAM.08 geht davon aus, dass es nicht gleichgültig ist, in welcher formalen Art sich das Phänomen „Stadt“ ausdrückt, sondern sieht den Entwurf kompakter städtischer Formen vielmehr im Zusammenhang mit zukunftsweisenden Strategien auf dem Weg zu einer nachhaltigen Stadt. So erfahren das Management von Siedlungsräumen beziehungsweise infrastrukturelle Themen in der Diskussion um nachhaltige räumliche Entwicklungspolitik zwar eine hohe Aufmerksamkeit, inwiefern diese Frage aber mit der Dichte der Stadt zusammenhängt, wird weniger erörtert. Doch wenn der Stopp des Landschaftsverbrauchs ernsthaft diskutiert werden soll, müssen urbane Verdichtungsszenarien auf allen Maßstabsebenen diskutiert werden: Die Dichte von (unterschiedlichen) Infrastrukturen, höhere Bebauungsdichten, die Dichte von unterschiedlichen Nutzungen, die Dichte an Wohn- und Arbeitsangeboten, die Dichte im Sinne der Entwicklung kompakter Gebäude- und Hüllformen bei energetischen Anforderungen, aber auch die Dichte als Frage nach den Grenzen sozialer Verträglichkeit, sobald Menschen zu eng „aufeinander“ leben. In diesem Sinne besitzt quantitative Dichte immer auch einen qualitativen Aspekt, der als „atmosphärische Dichte“ kompakter städtischer Formen für den Ausdruck einer urbanen Lebenswelt verantwortlich ist. Hinsichtlich dieser Frage werden in GAM.08 die Möglichkeiten und Handlungsspielräume der Architekturproduktion zur Disposition gestellt und neu entworfen. So bildet die Entwicklung und Realisierung intelligenter Gebäudetypologien die Voraussetzung für räumliche Verdichtung auf der Mikroebene, die in Wechselwirkung mit der Vervielfältigung räumlicher Qualitäten im städtischen Raum, mit der Entwicklung neuer Typologien bzw. der Transformation und Erweiterung bestehender Nutzungen steht. Diese beziehen sich immer auf den Gebäudebestand einer Stadt, den die Architektur mit einem Blick auf die historischen Entwicklungsprozesse hinsichtlich der Anforderungen der Zukunft adaptiert und weiterbaut. GAM.08
stellt die Frage, wie eine aktive Rolle der Architektur bei der Entwicklung
von „Dense Cities“ auszugestalten
ist. Erklärtes Ziel ist es, architektonische Mittel zu definieren,
um den verschiedenen sozialen Gruppen ein hochqualitatives, vielfältiges
und anpassungsfähiges urbanes Lebensumfeld zu schaffen. Die
Bandbreite der Fragestellung erstreckt sich über alle Maßstabsebenen
von der Stadtlandschaft und Agglomeration über das Quartier
und den Stadtteil bis zum Block und Einzelobjekt und reicht von der
Entwicklung neuer Gebäudetypen über konkrete Interventionen
im urbanen Feld bis zu Analysen der Transformation städtischer
Dichte. GAM.08 lädt Sie ein, ein Abstract (max. 500 Wörter)
zur Fragestellung einer Neubewertung „städtischer Dichte“ bis
zum 30. April 2011 einzureichen. Der Abgabetermin für den fertigen
Beitrag (Full Paper) ist der 12. August 2011. Hinweise
für AutorInnen
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